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Jetlag

Jetlag und Schichtarbeit

Der Jetlag ist eine endokrine, also hormonelle, Reaktion des Körpers auf einen schnellen Wechsel der Zeitzonen. Die Funktionen des Körpers folgen einem bestimmten Rhythmus, der jeden Tag mehr oder weniger gleich ist. Eine wichtige Rolle in dieser „inneren Uhr“ spielen Melatonin und Serotonin.

Das „Schlafhormon“ Melatonin wird vor allem nachts ausgeschüttet, sorgt für einen erholsamen Schlaf und hat eine wichtige Funktion als Rhythmusgeber. Sein Gegenspieler ist das Serotonin, das lichtabhängig und vor allem tagsüber ausgeschüttet wird. Serotonin ist wesentlich für unser Wohlbefinden und unter anderem für das Essverhalten zuständig.

Bei einem Jetlag, aber auch bei Schichtarbeit, kommt unser Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Gleichgewicht. Die Folge ist unter anderem eine Beschleunigung des Alterungsprozesses. Damit gehen die Schwächung des Immunsystems, chronische Erschöpfungszustände und eine Gewichtszunahme (vor allem als Bauchfett) einher.

Das Stresshormon Cortisol steigt deutlich an. Dass die Lebenserwartung bei Schichtarbeitern aufgrund der chronischen Störung im Melatonin-Serotonin-Haushalt erheblich reduziert sein kann, ist seit Langem medizinisch belegt.  Melatoninmangel kann auch zu Zyklusstörungen bei Frauen führen, da er die Ausschüttung der wichtigen Botenstoffe LH und FSH im Gehirn reduziert.

Wichtig ist, die Schlafzeiten schon vor einem Langstreckenflug allmählich der neuen Zeitzone anzupassen. Sie sollten möglichst keine Schlafmittel nehmen! Die Einnahme von Melatonin zur Linderung des Jetlags hat sich bewährt. Am besten wirken Präparate, die den Wirkstoff langsam über einen gewissen Zeitraum abgeben. Je nach individuellem Serotoninspiegel kann auch die Einnahme der natürlichen Aminosäure 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) hilfreich sein.

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