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Zyklusstörung

Zyklusstörungen

Oft müssen sich Frauen in der einen oder anderen Form mit Zyklusstörungen auseinandersetzen. Auf dieser Seite finden Sie einige grundlegende Informationen zu diesem Thema.

Das Ausbleiben der Menstruation wird als Amenorrhoe bezeichnet. Von einer primären Amenorrhoe spricht man, wenn nach Vollendung des 16. Lebensjahres die Menstruation noch nicht eingesetzt hat. Bei einer sekundären Amenorrhoe hat die Menstruation schon einmal oder mehrmals stattgefunden, setzt aber dann wieder aus. Es gibt sehr viele Ursachen für eine Amenorrhoe, wie z. B. das PCO-Syndrom, die Überproduktion von Prolaktin, eine Schilddrüsenunterfunktion, Gendefekte, Stoffwechselkrankheiten, anatomische Besonderheiten, die Undurchlässigkeit des Jungfernhäutchens (dies ist sehr selten) oder starke Gewichtsabnahme (z. B. bei Magersucht).
Eine Amenorrhoe nach der Antibaby-Pille ist in der Regel ein Zeichen für eine andere Störung, die durch die Pille nur kaschiert wurde. Auch psychische Faktoren wie Stress, Klimawechsel oder Zeitzonenwechsel haben großen Einfluss. Da es sehr viele Ursachen für eine Amenorrhoe gibt, muss vor der Therapie eine sehr genaue Diagnose erfolgen. Liegt eine Hormonstörung zugrunde, kann die entsprechende hormonelle Ergänzung helfen. Organfunktionsstörungen können teilweise operativ behoben werden. Ist die Amenorrhoe auf psychische Belastungen zurückzuführen, kann psychologische Hilfe Erfolg bringen.

Dysmenorrhoe ist der medizinische Fachbegriff für Menstruationsschmerzen. Etwa ein Zehntel aller Frauen im gebärfähigen Alter sind davon so stark betroffen, dass sie für Stunden oder Tage arbeitsunfähig sind. Vor allem junge oder sehr schlanke Frauen leiden vor ihrer Menstruationsblutung häufig unter krampfartigen Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen, Völlegefühl und Übelkeit bis zu Erbrechen und Durchfall. Bei einer primären Dysmenorrhoe ist die Menstruation selbst der Schmerzauslöser.

Verursacher der Regelschmerzen sind körpereigene Botenstoffe, die bei der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut ein Zusammenziehen der Muskulatur in der Gebärmutter bewirken. Durch diese Muskelkontraktion nimmt die einer Durchblutung der Gebärmutter ab, was Schmerz auslöst.

Bei einer sekundären Dysmenorrhoe sind organische Ursachen der Grund für die Beschwerden. Das können mechanische Verhütungsmittel (z. B. die Spirale) oder gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose, Myome oder Zysten sein. In diesem Fall steht eine Behandlung der Ursachen im Vordergrund.

Für die primäre Dysmenorrhoe gibt es folgende Behandlungsansätze:

  • Schmerzmittel (Analgetikum): Als Schmerzmittel hat sich Ibuprofen bewährt. Wichtig ist, dass das Mittel frühzeitig genommen wird, damit die Bildung der Schmerzbotenstoffe gehemmt wird.
  • Empfängnisverhütende Mittel (Kontrazeptiva): Bestimmte Antibaby-Pillen haben sich bei der Therapie von Menstruationsbeschwerden sehr gut bewährt. Wichtig ist die Auswahl der richtigen Pille zusammen mit einem fachkundigen Arzt.
  • Pflanzliche Präparate und homöopathische Mittel: Auch pflanzliche Mittel (z. B. Mönchspfeffer) und homöopathische Mittel haben sich bei leichteren Menstruationsbeschwerden bewährt.
  • Was Sie selbst tun können: Achten Sie auf eine magnesiumreiche Kost, da Magnesium krampflösend wirkt. Viel Magnesium befindet sich z. B. in Nüssen oder Bananen. Genügend Eiweiß vor der Menstruation kann gegen Antriebslosigkeit helfen. Regelmäßige Bewegung kann die Beschwerden lindern, da das Becken dann generell besser durchblutet wird. Wärme (z. B. eine Wärmflasche oder Saunabesuche) hilft, die Krämpfe in der Gebärmutter zu lösen. Hilfreich ist es auch, kalte Speisen und Getränke sowie Alkohol, Kaffee und Nikotin vor und während der Menstruation zu meiden.

Von einer Oligomenorrhoe spricht man, wenn die Regelblutung zu selten auftritt. Der Abstand zwischen den Blutungen beträgt mehr als 35 Tage, aber weniger als drei Monate. Häufig ist eine Funktionsstörung der Eierstöcke die Ursache. Aber auch psychische Belastungen, Magersucht, Tumore oder ein Überschuss an männlichen Hormonen können verantwortlich für eine Oligomenorrhoe sein.
Die Einnahme einer Antibaby-Pille über einen begrenzten Zeitraum kann den Blutungsrhythmus normalisieren. Gerade bei Kinderwunsch ist dies die richtige Behandlung, auch wenn es zunächst widersprüchlich klingt.

Bei einer Polymenorrhoe liegt der Abstand zwischen zwei Regelblutungen dauerhaft unter 25 Tagen. Ursache dafür kann eine Funktionsstörung der Eierstöcke sein oder eine sogenannte „verkürzte Gelbkörperphase“ in der zweiten Zyklushälfte. Eine Polymenorrhoe ist häufig auch ein Indiz dafür, dass in einem Zyklus kein Eisprung stattgefunden hat.
Die Polymenorrhoe tritt häufig bei jungen Mädchen oder bei Frauen vor den Wechseljahren auf. Sofern kein Kinderwunsch besteht, ist sie meist harmlos. Allerdings kann die Lebensqualität beeinträchtigt sein und durch den vermehrten Blutverlust kann es zu einem Eisenmangel kommen. Häufig lässt sich mit der Pille eine Zyklusstabilisierung erreichen.

Als Hypermenorrhoe bezeichnet man übermäßig starke und lange Regelblutungen (mehr als 80 ml pro Menstruation). In mehr als 80 % der Fälle sind organische Ursachen der Grund: Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, gutartige Muskelgeschwulste in der Gebärmutter, Endometriose, Polypen oder – zum Glück sehr viel seltener – bösartige Veränderungen in der Gebärmutter. Weniger häufig sind Hormonstörungen.
Die Hypermenorrhoe führt aufgrund des Blutverlustes zu Eisenmangel und zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Klärung der Ursache erfolgt meist über eine gynäkologische Untersuchung und Ultraschall. Hat man eine Hormonstörung im Verdacht, erfolgt eine Hormonuntersuchung. Die Behandlung der Hypermenorrhoe hängt von den Ursachen ab. Organische Veränderungen können mit einer Operation oder medikamentös behoben werden. Liegt keine organische Ursache vor, kann eine hormonelle Behandlung (Progesteron zur Stabilisierung der zweiten Zyklushälfte oder die Pille) gute Erfolge bringen.