+49. 89. 547041-0

5-HYDROXY-TRYPTOPHAN (5-HTP).
Renaissance eines natürlichen Wirkstoffes.

Allgemeines

5-Hydroxy-Tryptophan ist eine Aminosäure, die vom Körper aus der Aminosäure L-Tryptophan gebildet wird. L-Tryptophan kommt natürlicherweise in verschiedenen Bananensorten, Schokolade sowie im Samen der afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) vor.
Die Indikation für die therapeutische Anwendung von 5-HTP ist breit und umfasst Depressionen, Fibromyalgie (chronische Muskelschmerzen), Schlafstörungen, Essstörungen, chronische Kopfschmerzen und viele mehr.
5-Hydroxy-Tryptophan wird seit mehr als 30 Jahren klinisch angewendet. Mit Einführung der sogenannten SSRIs (Selektive Serotonin-Re-uptake-Inhibitoren: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) Ende der 80-iger Jahre geriet der Naturstoff 5-HTP vorübergehend in Vergessenheit, erfährt allerdings derzeit eine regelrechte Renaissance.

 

Wirkungen

Serotonin, Dopamin und Norepinephrin sind die drei wichtigsten biogenen Amine, die als Neurotransmitter wirken. Neurotransmitter sind körpereigene Botenstoffe, die Informationen von einer Nervenzelle auf die andere Nervenzelle übertragen. Während die Aminosäure Tyrosin den Grundbaustein für Dopamin und Norepinephrin darstellt, ist Tryptophan die Basis für Serotonin.
Die Synthese von Serotonin aus Tryptophan erfolgt über das Zwischenprodukt 5-Hydroxy-Tryptophan (5-HTP). Für diese Syntheseschritte werden verschiedene Enzymsysteme benötigt: die Tryptophanhydroxylase für die Umwandlung von L-Tryptophan in 5-HTP und die L-Aminosäuredecarboxylase für die Umwandlung von 5-HTP in Serotonin. Diese Enzymsysteme sind u.a. abhängig von Co-Faktoren wie z. B. Östrogenen (diese aktivieren die Tryptophanhydroxylase) oder Vitamin B6 (Co-Faktor der L-Aminosäuredecarboxylase).
5-HTP durchdringt problemlos die sogenannte Blut-Hirn-Schranke und führt zu einem Anstieg der Serotoninsynthese im Zentralen Nervensystem.

Man geht davon aus, dass ein Hauptgrund für die Entwicklung einer Depression in der Abnahme der Serotonin-Neurotransmitteraktivität liegt (»Serotonin hypothesis of depression«). Dies ist auch der Grund, warum alle antidepressiv wirksamen Medikamente darauf ausgelegt sind, die Serotoninspiegel an den Nervenzellen durch die Hemmung der Wiederaufnahme zu erhöhen und damit die Serotoninwirkung zu verstärken. Den gleichen Ansatz verfolgt die Gabe von 5-HTP, nämlich die Erhöhung des Serotonins an den Nervenzellen, allerdings nicht durch eine Hemmung der Wiederaufnahme sondern durch eine Förderung der Serotoninsynthese. 

Laut einer neuen Studie von 2011 konnten die Nikotin-Entzugserscheinungen bei Ratten durch die Gabe von 5-HTP vermindert werden. Repräsentative Studien mit Menschen fehlen allerdings noch.

5-HTP wird zur Verbesserung der Schlafqualität bei Durchschlafstörungen eingesetzt, da 5-HTP die sogenannte REM-Phasen (rapid eye movement), die für den erholsamen Schlaf unabdingbar sind, verbessert. Diese Therapie ist auch bei Kleinkindern anwendbar. 

Das primäre Fibromyalgiesyndrom ist ein Krankheitsbild, das durch chronische Muskelschmerzen, Knochenschmerzen, Morgensteifigkeit, Fatigue (Müdigkeitssyndrom) und Schlafstörungen gekennzeichnet ist. Die Ursache hierfür ist noch nicht vollständig geklärt, aber bei Patienten mit Fibromyalgiesyndrom werden signifikant niedrigere Serotonin- und Tryptophanspiegel vorgefunden. Dies erklärt auch, dass Patienten mit Fibromyalgie in klinischen Studien von einer Therapie mit 5-HTP oder SSRIs besonders profitierten.

Klinische Studien bei übergewichtigen Frauen (BMI 30 – 40) zeigten, dass jene Frauen, die zusätzlich zu ihrer Diät 5-HTP einnahmen, ihre Diät wesentlich länger durchhielten. Darüber hinaus war das Rückfallrisiko für Essattacken deutlich niedriger. Der Mechanismus funktioniert über die Aktivierung des sogenannten Belohnungssystems im Gehirn. Dieses System ist abhängig von der Höhe des Serotonins. Diäten (Kalorienrestriktion) führen immer zu einem Abfall des Serotoninspiegels im Zentralen Nervensystem. Man geht davon aus, dass der sinkende Serotoninspiegel bei einer Diät für das unwiderstehliche Verlangen nach Kohlenhydraten und somit für die hohe Rückfallrate verantwortlich ist, weshalb die zusätzliche Zufuhr von 5-HTP bei Diäten sinnvoll ist. 

Dosierung von5-HTP

5-HTP wird als orale Medikation sehr gut resorbiert, d.h. es gelangen 70 % der aufgenommenen Dosis ins Blut. 5-HTP hat eine Halbwertzeit von etwa vier Stunden, das Maximum der Wirksamkeit wird nach zwei Stunden erreicht.
 

Nebenwirkungen, Gegenanzeigen

Da 5-HTP in höheren Dosen zu Übelkeit führen kann, sollten mehrere Einzeldosen pro Tag eingenommen werden. In seltenen Fällen kann es unter sehr hohen Dosen zu Alpträumen und Schlafstörungen kommen. Insgesamt werden unter der 5-HTP-Gabe jedoch nur äußerst selten Nebenwirkungen beobachtet.

 

Kontraindikationen

Grundsätzlich kann unter 5-HTP-Gabe, wie auch unter konventioneller Medikation mit SSRIs, das sehr seltene Serotonin-Syndrom auftreten. Dies ist unter alleiniger Therapie mit 5-HTP jedoch noch nie beschrieben worden. Das Serotonin-Syndrom ist gekennzeichnet durch Bluthochdruck, Überwärmung, Flush (»rotes und heißes Gesicht«), Fehlorientierung sowie unwillkürliche Muskelkontraktionen. Aus diesen theoretischen Überlegungen heraus wird empfohlen, auf eine Co-Medikation von 5-HTP mit anderen Antidepressiva, die Serotonin als Angriffspunkt haben, zu verzichten. Allerdings gibt es hierzu auch andere Einschätzungen, die diese Bedenken nicht teilen. Sprechen Sie mit dem Arzt Ihres Vertrauens.

Schnellkontakt

Hormonzentrum an der Oper
im Palais an der Oper
Maximilianstraße 2a . 80539 München

Telefon +49. 89. 547041-0
Fax +49. 89. 547041-34


Öffnungszeiten:
Montag & Mittwoch
8.00–12.00 Uhr / 14.00–18.00 Uhr
Dienstag & Donnerstag
7.30–11.30 Uhr / 13.00–14.30 Uhr
Freitag
7.30–12.30 Uhr

Telefonische Erreichbarkeit:
Montag & Mittwoch
7.30–12.00 Uhr / 13.00–18.00 Uhr
Dienstag & Donnerstag
7.30–15.00 Uhr
Freitag
7.30–13.00 Uhr