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DHEA - das Jungbrunnenhormon

DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist ein Steroidhormon und wird vorwiegend in der Nebennierenrinde gebildet. Es ist pleiotrop, das heißt, es wirkt einerseits selbst direkt an den Zellen, wird aber im Körper auch in weitere aktive Hormone umgewandelt:  wirkt zum Teil direkt oder es wird im Körper in weitere aktive Hormone umgewandelt.  DHEA ist Hauptvorläufer der Sexualsteroide (Geschlechtshormone) des Menschen. In der Nebenniere, im Fettgewebe, in Hoden und Eierstöcken werden aus DHEA männliche und weibliche Geschlechtshormone gebildet, etwa die Androgene Androstendion und Testosteron sowie verschiedene Östrogene.

DHEA fand erstmals im Jahr 1931 durch den Wissenschaftler Adolf Butenandt  Erwähnung – er isolierte das Hormon in seiner ungebundenen Form aus dem menschlichen Urin. 1939 erhielt Butenandt für seine Arbeiten über Sexualhormone den Nobelpreis für Chemie. Bereits 25 Jahre später vermutete man, dass DHEA eine wichtige Größe im Entwicklungs- und Alterungsprozess des menschlichen Körpers sein könnte. Denn der DHEA-Spiegel im Blut steigt vor der Pubertät an, erreicht seinen Höhepunkt zwischen 20 und 30 Jahren und nimmt danach kontinuierlich ab. Ein anderes Nebennieren-Steroid hingegen, das »Stresshormon« Cortisol, verhält sich gegenläufig zu DHEA: Es steigt mit zunehmendem Alter an.
Dass DHEA an der Bildung von Östrogenen und Androgenen beteiligt ist, weiß man seit den 1960er-Jahren. In den 70er- und 80er-Jahren zeigte sich dann zunächst bei Tieren, dass zusätzliches DHEA lebensverlängernd wirkt und vor Krebserkrankungen, Infektionen und Arteriosklerose schützt. Viele dieser positiven Eigenschaften konnte man inzwischen auch beim Menschen nachweisen.

Welches sind die positiven Eigenschaften von DHEA?

Studien zeigen, dass DHEA stress- und altersbedingten Vitalitätsstörungen und Ermüdungserscheinungen des Körpers entgegenwirkt. Es hat einen positiven Einfluss auf immunologische Abläufe und klimakterische Beschwerden, auf die Gesundheit von Herz und Blutgefäßen sowie einen aufbauenden Effekt auf nahezu alle Zelltypen. Außerdem kann es das Risiko für Diabetes, Osteoporose und Krebserkrankungen senken. DHEA scheint also zur Lebenskraft und Gesundheit entscheidend beizutragen.

DHEA trägt heute den vielversprechenden Namen »Pille der Jugend« oder »Jungbrunnenhormon«. Weit über 5000 Arbeiten haben sich seit Mitte der 1980er-Jahre mit DHEA beschäftigt. Insbesondere die aktuellen medizinischen Studien sind überaus interessant! Man bezeichnet DHEA heute sogar vielversprechend als »Pille der Jugend« oder »Jungbrunnen-Hormon«.

So wirkt DHEA im Körper

DHEA und andere Steroidhormone wie Pregnenolon und Progesteron stimulieren offensichtlich das Nervenwachstum. Sowohl zell- als auch tierexperimentell zeigte DHEA einen Anstieg der Nervenzellausbreitung und eine verstärkte Neubildung von Nervenzellen. Diese Erkenntnis spielt vor allem für neurodegenerative Erkrankungen, bei denen Nervengewebe fortschreitend zugrunde geht, eine herausragende Rolle. Aktuelle klinische Studien untersuchen daher auch den Einsatz dieser Steroidhormone bei Parkinson und Multipler Sklerose, mit dem Ziel, den Krankheitsverlauf zu verbessern.

Bei Frauen und Männern, die DHEA einnehmen, verbessert sich das subjektive physische und psychische Wohlbefinden signifikant. Probandinnen und Probanden in den Studien schliefen besser, beschrieben ein gesteigertes Energieniveau und eine höhere Stresstoleranz (besseres »stress-coping«). DHEA und Stresshormone (vor allem Cortisol) verhalten sich im Körper entgegengesetzt: Steigt die Produktion von Stresshormonen, sinkt die Konzentration von DHEA im Blut. DHEA mildert außerdem altersbedingte Müdigkeit. Die Symptome von Patienten mit endogener Depression oder depressiver Verstimmung verbessern sich deutlich. In der Psychiatrie wird DHEA daher bereits seit Langem bei der Behandlung von Depressionen verschiedener Ursache eingesetzt.

Probandinnen und Probanden mit einer adäquaten DHEA-Blutkonzentration haben niedrigere Insulin-, Glukose- und Cholesterinwerte, damit ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen und eine höhere Lebenserwartung. Dies zeigt eine Studie über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Jahren.

DHEA stärkt die Funktion der Eierstöcke und die ovarielle Reserve, erhöht die Schwangerschaftsrate, verringert die Wahrscheinlichkeit für Gendefekte und senkt somit das Risiko für Fehlgeburten. Der Behandlungseffekt ist am größten, wenn die Frau sechs bis zwölf Wochen vor einer geplanter In-vitro-Fertilisation mit der Einnahme von DHEA beginnt (Studie von 2011 und 2013).

DHEA kann einen Östrogenmangel ausgleichen. Auch wenn die Eierstöcke kein Östrogen mehr bilden, können die Nebennieren weiterhin Östrogene aus DHEA herstellen. Mit DHEA können Frauen in und nach der Menopause dem sinkenden Östrogenspiegel auf natürlichem Weg entgegenwirken. Auch wenn die Eierstöcke keine Östrogene mehr bilden, können die Nebennieren aus DHEA weiterhin Östrogene herstellen. Vaginal verabreichtes DHEA ist eine der wirkungsvollsten Therapien zur Behandlung der Scheidenatrophie. Zusätzlich erhöht DHEA die Knochendichte und senkt das Osteoporoserisiko

DHEA ist eine Vorstufe des Testosterons, das bei Frauen und Männern die Libido erhöht. Bei Frauen vermag DHEA deshalb wie ein »natürliches Viagra« zu wirken. Darüber hinaus hat DHEA bei lokaler Anwendung einen positiven Effekt auf die Scheidenschleimhaut und kann bei jungen Frauen mit Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) wirkungsvoll eingesetzt werden. Bei 40- bis 60-jährigen Männern mit erektiler Dysfunktion und niedrigem DHEA-Spiegel verbessert eine DHEA-Therapie die Erektionsfähigkeit und die Libido signi-fikant.

DHEA verstärkt die Immunantwort des Organismus. Mit Viren (Herpes-Virus Typ 2, Epstein-Barr-Virus), Bakterien oder Parasiten infizierte Tiere zeigen unter DHEA-Substitution indirekt eine gesteigerte Immunabwehr, indem DHEA die Lymphozyten (spezifische Immunabwehrzellen) stimuliert.

HIV-infizierte Menschen haben einen wesentlich niedrigeren DHEA-Pegel im Blut als nicht infizierte. DHEA scheint die Vermehrung des Virus zu reduzieren, bei bereits erkrankten HIV-Patienten beeinflusst die Einnahme von DHEA das Krankheitsbild positiv.

DHEA steigert die Prokollagen-Synthese und verhindert den altersbedingten Kollagenabbau. UV-Licht reduziert und inaktiviert das Kollagen produzierende Enzym; DHEA mindert diesen schädigenden Vorgang, fördert die Kollagenbildung, verbessert damit die Hautelastizität und reduziert Falten. DHEA ist eine Anti-Aging-Substanz für die Haut.

Wie wird DHEA in der Therapie eingesetzt?

Um die richtige tägliche Dosis an DHEA zu ermitteln, sollten Sie einen Hormonspezialisten (Endokrinologen) zu Rate ziehen. Erstrebenswert ist ein DHEA-Spiegel, wie ihn natürlicherweise 25- bis 30-Jährige aufweisen. Um diesen physiologischen Hormonwert zu erreichen, sollte die Substitution so niedrig wie möglich gewählt und anhand der Blutwerte angepasst werden. Die Blutkonzentration von DHEA, aber auch von seinen Metaboliten Östron, Östradiol, Androstendion und Testosteron, muss in der Therapie nach etwa vier Wochen kontrolliert werden.
Die Kapseln werden nach Anweisung des Arztes morgens nüchtern, etwa 30 Minuten vor dem Frühstück geschluckt. Es gibt keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Die Spitzenkonzentrationen werden im Blut vier Stunden nach der DHEA-Einnahme gemessen.
Um die nachlassende körpereigene Hormonproduktion auszugleichen, gelten bei gesunden Menschen – immer basierend auf den ermittelten Blutwerten – folgende Dosierungsempfehlungen:


Frauen:
> 40 Jahre​  5–10 mg/Tag
> 50 Jahre​10–15 mg/Tag
> 60 Jahre​15–25 mg/Tag

Männer:
> 40 Jahre​15–25 mg/Tag
> 50 Jahre​25–50 mg/Tag
> 60 Jahre​50–75 mg/Tag

Erstrebenswert sind natürliche DHEA-Spiegel wie bei 25- bis 30-Jährigen. Die Spitzenkonzentrationen werden vier Stunden nach DHEA-Gabe im Blut gemessen.

Hat DHEA Nebenwirkungen?

Zu hohe, unnatürliche Mengen an DHEA können Akne, vermehrten Haarwuchs oder eine tiefere Stimme bei Frauen zur Folge haben. Wird die DHEA-Dosis reduziert, verschwinden diese Symptome wieder. Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit und verstärkte Ermüdbarkeit können ebenfalls Anzeichen für eine starke Überdosierung mit DHEA sein. Eine Therapie mit DHEA sollte immer unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
DHEA sollte nur zur Prävention von Krebserkrankungen eingenommen werden, jedoch nicht bei bereits diagnostizierten, sogenannten Hormonrezeptor-positiven Krebsarten, zu denen z. B. Brust-, Eierstock- oder Gebärmutterkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern gehören. Schwangere und Stillende benötigen in der Regel kein DHEA.
DHEA ist nach dem Dopingreglement des Internationalen Olympischen Komitees verboten!

So wird DHEA hergestellt

DHEA wird halbsynthetisch aus der wilden mexikanischen Yamswurzel gewonnen, ist jedoch nach dem Herstellungsprozess bioidentisch mit dem körpereigenen Hormon. Manche Hersteller werben mit »natürlichem DHEA«. Diese Bezeichnung ist nicht korrekt, da die pflanzlichen Ursprungssubstanzen (wie z. B. Diosgenin) im menschlichen Körper gar nicht in DHEA umgewandelt werden könnten und deshalb synthetisch aufbereitet werden.
DHEA gilt als Nahrungsergänzungsmittel und unterliegt in Europa strengen Qualitätskontrollen. Es gibt große Unterschiede in der Qualität des Rohmaterials, im Herstellungsprozess und folglich in der Sicherheit und Wirksamkeit der verschiedenen DHEA-Präparate. Es ist daher wichtig, auf jene Präparate zurückzugreifen, die Ihr Arzt Ihnen empfehlen kann.

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