Die Wechseljahre – Die Zeit des Wandels

Mit Beginn der Wechseljahre geht die Hormonproduktion nach und nach zurück. Der daraus resultierende Hormonmangel wirkt sich durch die hohe Lebenserwartung über Jahrzehnte aus.

»Die Devise sollte lauten: Weg von der Pharmakotherapie mit hohen Hormondosen, hin zu einem individuellen, schonenden Ausgleich des Hormonmangels!«

Dr. med. Helmut Lacher

Perimenopause, Klimakterium und Menopause

Das Wort Menopause kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern menos (Monat) und pausis (Stillstand) zusammen. Es bezeichnet den klar definierbaren Zeitpunkt der letzten Regelblutung.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird »Menopause« jedoch oft weiter gefasst und meint die Zeit des hormonellen Umbruchs vor der letzten Blutung. Medizinisch nennt sich diese Phase jedoch korrekt Perimenopause (griechisch: um die Menopause herum), oder, etwas ungenauer, Klimakterium (griechisch: Leiter). Es ist sozusagen die Etappe zwischen der vollen Fortpflanzungsfähigkeit (reproduktive Phase) und der letzten Regelblutung. Denn bereits mehr als zehn Jahre vor der Menopause treten an den Eierstöcken physiologischerweise Veränderungen auf, die den Übergang einleiten.
In der Perimenopause nimmt die Fruchtbarkeit (Fertilität) einer Frau bereits signifikant ab. Es kommt zu Unregelmäßigkeiten im weiblichen Zyklus, der Abstand zwischen den Regelblutungen wird größer beziehungsweise kleiner, oder die Blutungsdauer verlängert sich. Durchschnittlich beginnt die Perimenopause mit 37 oder 38 Jahren; die Menopause erfolgt dann etwa im Alter von 50 oder 51.

Im Folgenden haben wir einige der häufigsten Fragen zu Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Wechseljahresbeschwerden zusammengestellt:

Was sind die Ursachen für die Menopause?

Der Monatszyklus wird entscheidend durch die Frequenz und Qualität der Follikel- beziehungsweise Eizellreifung bestimmt. Wie lange eine Frau fortpflanzungsfähig ist, hängt von verschiedenen Umständen ab, die zum großen Teil noch nicht erforscht sind. Wenn die Zahl an verbleibenden Eizellen einen kritischen Wert unterschreitet, beginnt der eigentliche Wechsel.

Vor der Geburt befinden sich etwa 7 Millionen Eizellen in den Eierstöcken. Wenn die Frau geschlechtsreif wird, also bei der ersten Regelblutung, ist ihre Zahl bereits auf etwa 300.000 gesunken. Zyklusunregelmäßigkeiten und klimakterische Symptome treten auf, wenn noch zirka 25.000 Eizellen verbleiben, die Menopause ist bei einem Vorrat von etwa 1.500 Eizellen zu erwarten.

Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse bestimmen, wann die kritische Anzahl an Eizellen erreicht ist. So können von vornherein weniger Eizellen angelegt sein, oder ihr Verbrauch jeden Monat ist erhöht. Raucherinnen kommen beispielsweise im Durchschnitt 1,5 bis 2 Jahre früher in die Menopause als gleichaltrige Nichtraucherinnen. Auch eine Operation an den Eierstöcken, zum Beispiel eine Zystenentfernung, kann zu einer verfrühten Menopause führen. Deshalb ist man mit der operativen Entfernung von Eierstockgewebe auch sehr zurückhaltend. Die Pille oder eine hormonelle Stimulation im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung hingegen haben nachweislich keinen Einfluss auf den Eintritt in die Menopause.

Welche hormonellen Veränderungen und Symptome können schon in der Perimenopause auftreten?

In den Jahren vor der Menopause kommt es nach und nach zu einem Rückgang der Hormonproduktion: zunächst des Progesterons, später auch des Östrogens. Das Hauptmerkmal für den Hormonrückgang ist die Zyklusunregelmäßigkeit. Weil sich die Eierstöcke verändern und die Eizellzahl abnimmt, steigt zunächst das FSH (follikelstimulierendes Hormon). Damit versucht der Körper, mehr Follikel zur Reifung zu bringen (Informationen dazu in unserer Broschüre »Hormone. Dirigenten des Lebens.«). Das LH (luteinisierendes Hormon) weist noch normale Werte auf. FSH und LH werden in der Hypophyse, der übergeordneten Hormondrüse, gebildet und regulieren die Eierstockfunktion. Der FSH-Anstieg bewirkt einen beschleunigten Verbrauch der verbliebenen Eizellen und führt in der Folge auch zu einem Anstieg des LH. In dieser Phase kann der Östrogenspiegel normal, erhöht oder aber erniedrigt sein. Diese Übergangsphase zeigt nicht nur ganz unterschiedliche Hormonspiegel, sondern auch viele verschiedene Symptome – deren Ausprägung ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Grundsätzlich können jedoch bereits die gleichen Symptome wie während der Menopause auftreten.

Typische Beschwerden sind: Hitzewallungen, Herzrasen, Schweißausbrüche, Scheidentrockenheit, plötzliche Hautalterung, Schlafstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Knochenschwund, Reizbarkeit, Harninkontinenz, depressive Verstimmungen und Gewichtszunahme.

Muss ich in der Perimenopause noch verhüten?

Ja! Zwar sind in den Jahren der Perimenopause die übergeordneten Hormone FSH und LH zwischenzeitlich erhöht und die Östrogene erniedrigt, die Funktion der Eierstöcke kann sich aber jederzeit wieder normalisieren (ovarielle Reaktivierung). Die älteste Frau, die spontan – also ohne Hormonbehandlung – schwanger wurde, war laut dem Guinnessbuch der Rekorde 57 Jahre alt. Auch Marker für die ovarielle Reserve, zum Beispiel das AMH (Anti-Müller-Hormon), sind wenig zuverlässig, wenn es darum geht, in der Perimenopause die Fruchtbarkeit zu beurteilen. Erst wenn die Menopause eintritt, ist der Schutz vor einer Schwangerschaft ohne zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen sicher.

Welche langfristigen Folgen hat der Hormonmangel?

Progesteron und Östrogen erfüllen im ganzen Organismus weitreichende Aufgaben. In einer Schwangerschaft, also bei sehr hohen Östrogen- und Progesteronspiegeln, werden diese wichtigen Aufbau- und Schutzfunktionen sehr deutlich – beim Kind und bei der Mutter. Es leuchtet daher ein, dass ein längerfristiger, also chronischer Hormonmangel nachteilige Auswirkungen auf den ganzen Menschen hat. Er fördert degenerative Erkrankungen, die anfangs nur wenig, mit zunehmendem Alter aber immer deutlicher in Erscheinung treten. Ein Hormonmangel sollte deshalb ausgeglichen werden, ganz unabhängig von akuten Wechseljahresbeschwerden.

Hormonersatztherapie nach der Menopause?

Eine Hormonersatztherapie (englisch: hormone replacement therapy, HRT) dient einerseits kurzfristig der symptomatischen Behandlung klimakterischer Beschwerden und kann Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzrasen, Unruhezustände, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen lindern oder verhindern. Die langfristige HRT dient andererseits der Prävention ernsthafter Erkrankungen, die im Alter aufgrund des Hormonmangels auftreten.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie?

Zwei große epidemiologische Studien zur Hormonersatztherapie bei postmenopausalen Frauen – The Women’s Health Initiatve (WHI) und The Million Women Study – ergaben ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und kardiovaskuläre Erkrankungen. Diese Resultate führten zu großer Verunsicherung bei den Frauen und den behandelnden Ärzten. Erst die exakte Analyse der Daten (Subgruppenanalyse) zeigte, dass die Schlüsse aus beiden Studien voreilig und ungenau gezogen wurden. Neuere Daten zeigen vielmehr, dass es einen kritischen Zusammenhang gibt zwischen dem Beginn einer HRT und deren wirksamen präventiven Effekten: Beginnt man innerhalb von fünf Jahren nach der Menopause mit einer HRT, sind ihre Vorteile ungleich höher als die Nachteile.

Wann sollte ich mit einer Hormonersatztherapie beginnen?

Falls Frauen nicht bereits seit der Perimenopause eine Hormonersatztherapie erhalten haben, um akute Symptome zu behandeln, sollten sie aus präventionsmedizinischer Sicht beim Eintritt der Menopause, beziehungsweise innerhalb der ersten fünf Jahre danach, mit der HRT beginnen.

Sexualität und Wechseljahre – ein Tabuthema?

Sexualität ist ein natürliches Verlangen des Menschen. Es ist zwar in den unterschiedlichen Lebensabschnitten verschieden stark ausgeprägt, aber durchaus auch im Alter vorhanden. Vor allem von jungen Menschen – und dies schließt auch Ärzte mit ein – wird das sexuelle Interesse älterer Menschen unterschätzt. Viele Ärzte handeln nach dem Prinzip: Werden keine Fragen zur Sexualität gestellt, scheinen wohl auch keine Probleme vorhanden zu sein. Studien zur Sexualität im Alter zeigen, dass mehr als 50 % der Frauen und 80 % der Männer zwischen 67 und 77 Jahren ein sexuelles Interesse angeben.

Grundsätzlich ist also die Bedeutung der sexuellen Lust im Alter mehr vor unserem kulturellen Hintergrund zu beurteilen als anhand der tatsächlichen physiologischen und hormonellen Veränderungen. Dennoch können hormonelle Veränderungen durchaus zu einer Abnahme der sexuellen Aktivität führen: Der Östrogenmangel lässt allgemein die Schleimhäute austrocknen. Scheidentrockenheit und der Elastizitätsverlust des Gewebes gehen häufig mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (medizinisch: Dyspareunie) einher und sind an sich schon ein Grund, dass das sexuelle Verlangen (Libido) abnimmt. Mit der Menopause sinkt auch der Testosteronspiegel der Frau; Testosteron ist jedoch für das weibliche sexuelle Verlangen ein entscheidendes Hormon. So konnten viele Studien beweisen, dass mit einer niedrig dosierten Testosterontherapie die Libido bei Frauen positiv beeinflusst wird. Eine transdermale Anwendung hat sich auch hier überlegen gezeigt.

Was sind die Ursachen von Brustkrebs?

Für die Mehrzahl der Brustkrebserkrankungen kennt man auch heute noch keine klare Ursache. Es ist anzunehmen, dass unterschiedliche Einflüsse gemeinsam zur Umwandlung einer normalen Zelle in eine Krebszelle beitragen. Es gibt aber eine Reihe bekannter Faktoren, die das persönliche Risiko, an einem Brustkrebs zu erkranken, erhöhen können. Zu diesen zählen: eine frühe erste Regelblutung, regelmäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum, Kinderlosigkeit oder höheres Alter bei der Geburt des ersten Kindes, eine hohe Brustdichte, eine späte Menopause, genetische Vorbelastungen, zu wenig Bewegung, falsche Ernährung und Übergewicht.

Erhöhen Hormone das Brustkrebsrisiko?

Seit vielen Jahren wissen informierte Ärzte und breite Schichten der Bevölkerung, dass die Hormontherapie, wie sie bisher in den Wechseljahren angewendet wurde, neben ihren Vorteilen auch erhöhte Risiken mit sich bringt. Hier sind an erster Stelle zu nennen: Thrombosen, Embolien, Schlaganfälle und Störungen im Bereich der Gallenwege. Bezüglich Brustkrebs diskutiert die medizinische Fachwelt lebhaft darüber, ob eine Zufuhr von Hormonen tatsächlich zu einer Neubildung des Brustkrebses führt, oder ob sie vielmehr nur das Wachstum von Tumoren fördert, die bereits vorher unterschwellig vorhanden waren.

Über Studiendetails und die Wertigkeit der Ergebnisse kann man ausführlich diskutieren. Für das Auftreten des erhöhten Brustkrebsrisikos unter einer HRT kann es viele Gründe geben. So können die Anwenderinnen bei Beginn der Therapie bereits die oben angeführten, persönlichen kritischen Faktoren mitbringen. Wenn die Behandlung spät beginnt oder schon organische Folgeveränderungen vorliegen, die auf einen höheren Östrogenspiegel nicht mehr oder gar nachteilig ansprechen, spielt das für das Risiko ebenfalls eine Rolle. Nicht zuletzt hat auch die Art der bisherigen Hormonanwendung einen Einfluss. Unter dem Strich bleibt aber festzuhalten: In der bisherigen Anwendungsform scheint die Hormonsubstitution noch nicht der richtige Weg für eine Ersatztherapie zu sein.

Östrogene, die in Tablettenform über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden und mit körperfremden, also synthetischen Gestagenen (Progestagen) kombiniert werden, sind besonders kritisch – erst recht, wenn die Frauen oben genannte Risikofaktoren mitbringen. Indem man Östrogene über die Haut (transdermal) zuführt und als Gestagen das natürliche Progesteron in Gel- oder Kapselform verwendet, ist Abhilfe möglich. Die Gabe von Progesteron über die Haut scheint in besonders effizienter Weise vor Brustkrebs zu schützen. Leider liegen hierüber nur wenige Daten vor, z. B. Plu-Bureau G et al. Cancer Detect Prev 23(4), 290 − 296, 1999. Dosen zwischen 10 und 30 mg Progesteron als Gel scheinen ausreichend. Hiermit konnte eine Risikoreduktion für Brustkrebs um 50 % im Vergleich zu Frauen, die keine Hormonersatztherapie erhielten, erzielt werden. Progesteron in Kapselform hat andere positive Effekte. Deshalb wird Ihr Arzt sich individuell für die eine oder andere Variante entscheiden.

Östrogen + Progesteron = kein erhöhtes Krebsrisiko!

Gibt man Frauen in den Wechseljahren nur Östrogene, steigt das Risiko von Gebärmutter- oder Brustkrebs bekanntermaßen an. Viele Frauen fragen, warum sie dann in den etwa vier Jahrzehnten zwischen der Pubertät und den Wechseljahren mit ihren hohen Östrogenspiegeln nicht schon nach wenigen Jahren eine Krebserkrankung der Gebärmutter oder der Brust bekommen haben. Grund dafür ist das körpereigene Progesteron (ein Gestagen), das beide Organe schützt. Dass mit Eintritt der Wechseljahre das Risiko für Gebärmutter- und Brustkrebs schlagartig ansteigt, obwohl doch der Östrogenspiegel in dieser Zeit zurückgeht, liegt maßgeblich auch am sinkenden Progesteron.

Ergänzt man die Östrogentherapie mit einem Gestagen, kann man dieses Risiko ausschalten. An der Gebärmutter schützen sowohl das natürliche Progesteron als auch das künstliche Progestagen vor Krebs. Nicht aber an der Brust: Hier erhöhen die meisten Progestagene sogar noch zusätzlich das Krebsrisiko, im Gegensatz zum natürlichen Progesteron. Dieser Unterschied ist die epochale Erkenntnis der letzten Jahre in der Hormonbehandlung. Er erklärt zum großen Teil die Zunahme von Brustkrebs unter der bisherigen Hormontherapie. Die Art der Hormone, ihre Anwendung und Dosierung sowie ein früher Behandlungsbeginn sind also ganz entscheidend!

Welche Rolle spielt die Darreichungsform der Östrogene?

Eine korrekte Hormonsubstitution sollte lediglich den Mangel ausgleichen, dann führt sie auch selten zu Nebenwirkungen. Werden aber, wie in der Vergangenheit geschehen, zum Beispiel zwei Milligramm Östradiol beziehungsweise Östradiolvalerat in Tablettenform eingenommen (oral), entstehen teilweise exzessiv hohe Östradiol- und Östronspiegel im Blut. Diese Östrogenzufuhr ist keine natürliche Ergänzung, sondern eine hoch dosierte Medikamententherapie. Eine solche Überbelastung mit Östrogenen ist medizinisch unnötig. Stattdessen eignen sich Gel, Pflaster oder Cremes, die das Östrogen über die Haut abgeben (transdermal). In dieser Form genügen kleinste Mengen, um natürliche Östradiolspiegel im Blut zu erzielen. Anders als die Inhaltsstoffe aus Tabletten, die zuerst das Pfortadersystem und die Leber passieren müssen, hat die transdermale Anwendung keine negativen Effekte auf die Blutgerinnung, den Blutdruck, die Funktion der Bauchspeicheldrüse oder den Galle- und Fettstoffwechsel. Auch das Risiko für Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien und die Entzündungsmarker der Gefäße steigen nicht an, wie es für die orale Einnahme von Östrogenen nachgewiesen ist.

Die Dichte der Brust nimmt bei einer oralen, kombinierten Hormontherapie deutlich zu, teils um 25 bis 50 %, nicht aber bei einer transdermalen. Bei dichtem Brustgewebe ist die Diagnose von Knoten mit einer Mammographie erschwert, dadurch werden riskante Befunde möglicherweise erst später entdeckt. Eine hohe Gewebedichte ist zudem mit einer bis zu 5-fach höheren Brustkrebsrate verbunden.

Warum ist natürliches Progesteron besser als künstliche Gestagene?

Die großen Studien zur Hormontherapie haben ergeben: Ergänzt man die Östrogentherapie mit einem synthetischen Gestagen (Progestagen), verdoppelt sich in etwa das Brustkrebsrisiko. Für das natürliche Progesteron konnte das nicht beobachtet werden.

Weitere Vorteile: Natürliches Progesteron besitzt stimmungsaufhellende, angstlösende und schlaffördernde Effekte. Außerdem hat es eine leicht entwässernde und blutdrucksenkende Wirkung. Nachteilige Auswirkungen auf Gefäßwände und Blutfette, wie sie von vielen Progestagenen bekannt sind, kann man bei natürlichem Progesteron nicht beobachten.

Neue Studien geben wieder Zuversicht!

Gefahren für den Körper bei einer Hormonersatztherapie müssen also nicht sein. Eine risikoarme, natürliche Substitution ist mit transdermal verabreichten Östrogenen und natürlichem Progesteron heute möglich! Neben vielen experimentellen Daten haben auch größere Studien zum Thromboserisiko die Sicherheit transdermaler Östrogene gegenüber den oralen bestätigt (z. B. Scarabin PY et al, 2003; Scarabin PY et al, 2005).

Auch zum Brustkrebsrisiko bestätigen drei große Anwendungsstudien die oben besprochenen Erkenntnisse (de Lignieres et al, 2002; Fournier et al, Januar 2005; Clavel-Chapelon et al, Oktober 2005): Über durchschnittlich 9,3 Jahre, 5,8 Jahre und 7,7 Jahre wurden bei knapp 70.000 Frauen in den Wechseljahren die Zusammenhänge untersucht.

Während alleinige Östrogengaben innerhalb von rund sechs Jahren eine etwa 40 %ige Risikozunahme bewirken können, steigert sich diese durch den Zusatz der künstlichen Progestagene im Durchschnitt auf 80 %! Die Kombination »transdermales Östrogen plus natürliches Progesteron« hatte dagegen keinerlei Risikoerhöhung gegenüber unbehandelten Frauen erkennen lassen.

Pflanzliche Östrogene als sinnvolle Alternative?

Unter pflanzlichen Östrogenen, sogenannten Phyto-Östrogenen, versteht man Pflanzenbestandteile, die an die Östrogenrezeptoren der Zellen binden und dadurch eine östrogenartige Aktivität im Körper entfalten. Es sind mehr als 300 Pflanzen bekannt, die östrogenähnlich wirken können, vor allem Gemüsesorten.

Die bekannteste Gruppe sind die Isoflavone, die zum Beispiel in Sojabohnen und Linsen vorkommen. Leider blieben die Ergebnisse der kontrollierten medizinischen Studien zur Effektivität der Phyto-Östrogene weit hinter den Erwartungen zurück. Dennoch scheinen sich Isoflavone positiv auf das Risiko einer koronaren Herzkrankheit auszuwirken, indem sie entzündliche Reaktionen an den Gefäßwänden herabsetzen.

Ausblick in die Zukunft.

Möglicherweise kann Progesteron, wenn es vorbeugend bereits in den Jahren vor der Menopause eingesetzt wird, dem »natürlichen« Anstieg des Gebärmutter- und Brustkrebsrisikos entgegenwirken. Denn die Progesteronproduktion sinkt bereits lange vor der Menopause ab, was sich meistens mit den Symptomen des prämenstruellen Syndroms bemerkbar macht. Dieser Hormonmangel wird jedoch meistens nicht behandelt!

Frauen, die in der Zeit vor den Wechseljahren einen niedrigen Progesteronspiegel aufweisen, haben gegenüber Frauen mit normalem Progesteronspiegel ein etwa 8-fach höheres Brustkrebsrisiko (Micheli et al, 2004). Gleicht man einen Progesteronmangel aus, könnte sich das möglicherweise günstig auf das Brustgewebe, die Gebärmutterschleimhaut und auf viele Funktionen überall im Körper auswirken.

Die richtige Therapie ist entscheidend!

Die Devise sollte lauten: Weg von der Pharmakotherapie mit hohen Hormondosen, hin zu einem individuellen, schonenden Ausgleich des Hormonmangels!


Bei einer Hormonersatztherapie sollten daher folgende Grundsätze gelten:

  • Persönliche Risiken abklären.
  • Frühzeitig therapieren.
  • Östrogene so niedrig wie möglich dosieren.
  • Hormone nicht als Tabletten, sondern über die Haut verabreichen.
  • Mit natürlichem Progesteron statt künstlichen Gestagenen behandeln.
  • Hormonspiegel regelmäßig kontrollieren.

Was kann ich selbst tun für gesunde Wechseljahre?

Treiben Sie Sport!
 Bewegung hilft, Abbauvorgänge im Organismus zu verlangsamen und schwerwiegenden Alterserkrankungen vorzubeugen. Ausreichend Sport strafft Muskulatur und Bindegewebe, regt den Knochenstoffwechsel und den Kreislauf an und beugt Übergewicht vor.

Achten Sie auf Ihre Ernährung!
 Die wichtigsten Eckpfeiler einer ausgewogenen Ernährung sind viel frisches Obst und Gemüse, reichlich Flüssigkeit (2 Liter/Tag), fettarme Eiweißquellen, zum Beispiel Milchprodukte, und Lebensmittel mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (vor allem Omega-3).

Natürliche Hormone

Ein Hormonmangel im Alter kann mit natürlichen Hormonen wieder ausgeglichen werden.

Erwägen Sie die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und vermeiden Sie belastende Giftstoffe wie Nikotin und Alkohol. Eine 2009 erschienene Metaanalyse zur Prävention von Brustkrebs in der Postmenopause bestätigt die oben empfohlenen Maßnahmen.


Für eine Hormontherapie natürliche Hormone bevorzugen! Seien Sie aufgeschlossen gegenüber einem natürlichen Hormonersatz: Die Natur setzt Hormone zur Unterstützung aller wichtigen Funktionen von Körper und Geist ein. Ein Hormonmangel im Alter kann mit natürlichen Hormonen wieder ausgeglichen werden.

 

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