Jetlag und Schichtarbeit

Der Jetlag ist eine endokrine, also hormonelle, Reaktion des Körpers auf einen schnellen Wechsel der Zeitzonen. Die Funktionen des Körpers folgen einem bestimmten Rhythmus, der jeden Tag mehr oder weniger gleich ist. Eine wichtige Rolle in dieser »inneren Uhr« spielen Melatonin und Serotonin.

»Melatonin ist neben dem Stresshormon Cortisol unser zweiter Biorhythmusgeber, wodurch die innere Uhr unseres Körpers gesteuert wird.«

Dr. med. Isabelle Anders

Das »Schlafhormon« Melatonin wird vor allem nachts ausgeschüttet, sorgt für einen erholsamen Schlaf und hat eine wichtige Funktion als Rhythmusgeber. Sein Gegenspieler ist das Serotonin, das lichtabhängig und vor allem tagsüber ausgeschüttet wird. Serotonin ist wesentlich für unser Wohlbefinden und unter anderem für das Essverhalten zuständig.

Bei einem Jetlag, aber auch bei Schichtarbeit, kommt unser Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Gleichgewicht. Regelmäßiges nächtliches Sitzen vor dem Fernseher oder Computer (Lichtreflexe) beeinflusst übrigens die Produktion von Melatonin ebenso negativ. Die Folge ist unter anderem eine Beschleunigung des Alterungsprozesses. Damit gehen die Schwächung des Immunsystems, chronische Erschöpfungszustände und eine Gewichtszunahme (vor allem als Bauchfett) einher.

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Mehr Wissenswertes über die Wirkung von Melatonin in unserem Körper lesen Sie in unserer Broschüre »Melatonin. Faszinierendes, nachtaktives Hormon.«.

Darüber hinaus spielt Melatonin bei der jahreszeitlichen Rhythmik (perenniale Rhythmik) eine wichtige Rolle. Im Winter bei minimalem Tageslicht, bleibt der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht. Als Folge davon leiden wir verstärkt unter Tagesmüdigkeit und depressiver Stimmung.

Dass die Lebenserwartung bei Schichtarbeitern aufgrund der chronischen Störung im Melatonin-Serotonin-Haushalt erheblich reduziert sein kann, ist seit Langem medizinisch belegt. Melatoninmangel kann auch zu Zyklusstörungen bei Frauen führen, da er die Ausschüttung der wichtigen Botenstoffe LH und FSH im Gehirn reduziert.

Was kann ich bei einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus tun?

Wichtig ist, die Schlafzeiten schon vor einem Langstreckenflug allmählich der neuen Zeitzone anzupassen. Sie sollten möglichst keine Schlafmittel nehmen! Die Einnahme von Melatonin zur Linderung des Jetlags hat sich bewährt. Am besten wirken Präparate, die den Wirkstoff langsam über einen gewissen Zeitraum abgeben. Je nach individuellem Serotoninspiegel kann auch die Einnahme der natürlichen Aminosäure 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) hilfreich sein.

Gerne beraten wir Sie dazu ausführlich. Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin unter der 089 547041-0.

 
 
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