Adipositas – Die ignorierte Pandemie.

Der Mensch ist, was er isst - von Geburt an! Oder technisch gesprochen: Der Mensch ist eine hocheffiziente Futterverwertungs- und Futterspeicherungsmaschine. Jedes Quäntchen zu viel findet seinen Abdruck in der Bildung von Fettzellen, welche im Laufe des Lebens übrigens nie mehr verschwinden – Der Beginn einer Adipositas.

Gleich vorweg: Übergewichtigkeit (Adipositas) ist eine ernste chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist durch beispielsweise Sport oder indem man weniger isst. Es bedarf einer gezielten Therapie – individuell abgestimmt nach einer vorherigen umfassenden Hormonanalyse. Wir möchten Sie auf dieser Seite ausführlich zu dieser Thematik aufklären und informieren. Gerne beraten wir Sie natürlich auch persönlich. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

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Was genau bedeutet Adipositas?

»Fettleibigkeit (Adipositas, von lateinisch adeps ›Fett‹), Fettsucht oder Obesitas (selten Obesität) ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht und positiver Energiebilanz, die durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit häufig krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist. Nach der WHO-Definition liegt eine Adipositas bei Menschen ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30 kg/m² vor.« (Quelle: Wikipedia). Diese Grenzwerte sind aus unserer Sicht allerdings zu hoch.

Aber wie kommt es zu einer starken Übergewichtigkeit? Die Anzahl an Fettzellen wird bereits in der Kindheit festgelegt und ändert sich dann nicht mehr. Das einzige, was sich ändert, ist der Fettgehalt der einzelnen Fettzelle. Auch beim maximalen Abnehmen werden wir die Fettzellen nicht mehr los, wir können sie lediglich komplett entleeren. Übergewichtigkeit bereits in der Kindheit hat deshalb lebenslange Folgen. Unsere Muskeln sind übrigens das einzig relevante Organ für die Fettverbrennung. Gut trainierte Menschen speichern mehr Fett in ihren Muskelzellen, die dieses wiederum schnell verbrennen können. Langfristig spielt deshalb ein adäquater Muskelaufbau bei der Adipositas Strategie eine entscheidende Rolle.

Einmal dick, immer dick?

Übergewichtigkeit in der Kindheit hat lebenslange Folgen. Denn die in der Kindheit festgelegten Fettzellen bleiben – ein Leben lang.

»Wir sind der Ansicht, dass jeder Mensch wieder zu seinem Idealgewicht zurückfinden kann und sollte.«
Dr. med. Jörg Puchta

Grundsätzlich kann jeder Mensch übergewichtig werden. Dies zeigen eindrücklich sogenannte Migrationsstudien. Das sind Studien, bei denen man Menschen beobachtet, die aus Ländern kommen, in welchen es praktisch keine Übergewichtigkeit gibt, und die in Länder auswandern mit einem hohen Anteil an Übergewichtigkeit aufgrund von ungesundem Lebensstil. Solche Phänomene lassen sich sogar innerhalb ein und desselben Landes nachweisen: Inuit, die an ihrem traditionellen Lebensstil der fischreichen Ernährung festhalten, bleiben schlank, während die, die den amerikanischen Lebensstil annehmen, genauso übergewichtig werden wie die Amerikaner. Ein aktueller Artikel vom 8.8.2022 aus der NZZ zeigt dies auf erschreckende Weise anhand des Beispiels von Mexiko: »Amerikas dickste Freunde: Die Mexikaner lieben Fast und Junkfood und werden immer fettleibiger. Gleiches Essen, gleiche Probleme: Mexiko durchlebt eine Epidemie der Fettleibigkeit, die der in den USA gleicht.«.

Der Blick in die Ferne sollte jedoch nicht von unseren eigenen Problemen ablenken: Deutschland gehört in der Zwischenzeit zu den zehn Nationen mit dem höchsten Anteil an Fettleibigkeit, ein trauriger Rekord für ein so reiches, hoch entwickeltes und informiertes Land, in welchem die Folgen dieser Krankheit eigentlich allseits bekannt sein sollten.

 

Die gesundheitlichen Folgen einer Adipositas

Die Folgen von Adipositas stellen für den Körper langfristig eine schwere Erblast dar, welche zu einer deutlich erhöhten Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, arterielle Verschlusskrankheit, Thrombose), Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Durchblutungsstörungen, Arthrose und Krebserkrankungen führt. Von den verheerenden psycho-mentalen Auswirkungen wie Depressivität, eingeschränktem Selbstwertgefühl, Abgeschlagenheit bis hin zur Adynamie ganz abgesehen.

Adipositas und Krebs

Laut WHO kann Adipositas zu mittlerweile 13 verschiedenen Krebsarten führen.

 

Welche Rolle spielen die Hormone bei Übergewichtigkeit?

Die Medizin weiß bisher sehr wenig über die genauen molekular-biologischen Mechanismen der Adipositas, außer dass die Fettzellen im Bauchbereich wohl viele Stoffe freisetzen, die eine schwelende, chronische Entzündung im Körper hervorrufen. Dies betrifft insbesondere das riesige Netzwerk unserer Blutgefäße, bei denen es unter dem Einfluss dieser permanenten Entzündung zu einer vorzeitigen Arterienverkalkung kommt. Die Adipositas-Forschung ist eine sehr junge Disziplin. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass eines der Schlüsselhormone im Fettstoffwechsel, das Leptin (gr. »leptos«, schlank), erst im Jahr 1994 entdeckt wurde. Unser Zentrum führt die Bestimmung dieses Hormons als eines der wenigen in Deutschland seit 1999 in der klinischen Routine durch.

Auch die Zahl der im Zusammenhang mit Adipositas entdeckten Gene hält sich bisher in Grenzen. Die meisten Erkenntnisse zur Fettleibigkeit resultieren aus großen Beobachtungsstudien an Diabetikern. Diesen verdanken wir z. B. unser Wissen über die heilsame Wirkung von Metformin. Auch die neuesten Substanzen wie GLP-1- und GIP-Agonisten – ein dualer Rezeptoragonist, der sowohl an GLP-1- als auch an GIP-Rezeptoren bindet –, die in das komplexe Verdauungssystem eingreifen, sind primär an Diabetikern getestet worden. Vorläufigen Ergebnissen zufolge wurden in der Phase-III-Studie SURMOUNT-1 durch den GIP-/ GLP-1-Agonisten Tirzepatid in 72 Wochen bis zu 24 kg Gewichtsverlust bei Übergewichtigen und Adipösen erreicht.

Andere Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Übergewichtigkeit und Hormonhaushalt sind sehr viel älter. An dieser Stelle soll beispielhaft die Schilddrüse herausgegriffen werden. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Hormon TSH und dem BMI, dem Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße. Aber auch andere, anabole Hormone wie DHEA-S, Testosteron, Östradiol und Wachstumshormon spielen eine Rolle bei Übergewichtigkeit, vor allem im Rahmen des Alterungsprozesses.

Vereinfacht lässt sich sagen: Altern macht dick. Vor allem Frauen wissen um diesen Zusammenhang, denn mit Beginn der Wechseljahre beklagen fast alle Frauen eine mehr oder weniger ausgeprägte Zunahme an Bauchfett. Hier hilft eine entsprechende Hormonersatztherapie.

Gewichtszunahme während der Wechseljahre?

Eine Hormonersatztherapie steuert der ungewünschten Zunahme von Bauchfett während der Wechseljahre entgegen. Wir beraten Sie dazu gerne!

 

Diagnose und Therapie bei Adipositas

Adipositas ist nicht einfach heilbar, indem man weniger isst und mehr Sport macht, zumal das Gewicht die Menschen meist daran hindert, überhaupt vernünftig Sport zu machen. Übergewichtigkeit ist eine multifaktorielle, chronische Krankheit, der man mit einfachen Ratschlägen nicht beikommt. Selbst die meisten Mediziner haben noch nicht erkannt, dass es sich nicht um ein Fehlverhalten handelt, sondern – wie gesagt – um eine ernste chronische Erkrankung.

Am Hormonzentrum an der Oper erfolgt vor jedweder Therapie eine komplette und umfassende Analyse sämtlicher hormoneller Achsen Ihres Hormonhaushaltes, um wirklich ALLE möglichen Behandlungsoptionen auszuschöpfen. Wir sind ein Team erfahrenen Endokrinologen mit jahrzehntelanger Erfahrung, die wissen, dass sich Übergewichtigkeit nicht mit guten Ernährungsratschlägen lösen lässt.

Wir legen gemeinsam mit Ihnen sehr ehrgeizige Ziele fest, denn wir sind der Ansicht, dass jeder Mensch wieder zu seinem Idealgewicht zurückfinden kann und sollte. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass wir grundsätzlich Ihr Idealgewicht anstreben, denn das sogenannte Normalgewicht bedeutet immer noch eine relativ hohe (unnötige) Fettlast.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mithilfe der neuesten Möglichkeiten der Endokrinologie daran etwas zu ändern! Gewichtsreduktion hat nicht nur etwas mit der Rückeroberung der Leichtigkeit des Seins zu tun, sondern ist auch langfristig eine der effizientesten Anti-Aging-Maßnahmen überhaupt. In unserer Anti-Aging-Sprechstunde stellt sie die allererste Säule der Therapie dar.

Gesünder und fitter

Gewichtsreduktion ist eine der effizientesten Anti-Aging-Maßnahmen.

 

Wenn Sie mehr wissen möchten …

Ernährungsratschläge gibt es wie Sand am Meer, aber die meisten sind fragwürdig. Wir haben uns die Mühe gemacht, das Sinnvolle vom Unsinnigen zu trennen. Unsere Broschüre »Übergewicht – Die ignorierte Pandemie.« können Sie bequem herunterladen oder ein kostenloses Exemplar bestellen.

Weitere Broschüren finden Sie in unserer Infothek.

 

 
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